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Wie du deine Intervisionsgruppe konstruktiv und kreativ gestaltest

Du triffst dich regelmäßig mit deinen Kollegen zur Intervision, aber euch fehlen Anregungen, wie ihr die Gruppe zielführend und abwechslungsreich gestalten könnt? Oder du würdest gerne eine Gruppe gründen und dir fehlt die Basis? „Methoden für die Intervision - Ein Fächer mit 20 effektiven Tools“ vom Hogrefe Verlag ist dein handlicher Begleiter für jede Intervision.  

Miriam und ihre Kollegen arbeiten als Psychotherapeutinnen in eigener Praxis und treffen sich seit Kurzem alle sechs Wochen in ihren Praxisräumen zur Intervision. Miriam möchte heute gerne einen eigenen Fall einbringen, der ihr schon längere Zeit durch den Kopf geht, und bei dem sie das Gefühl hat, nicht weiterzukommen. Sie erhofft sich, von den Erfahrungen ihrer Kollegen zu profitieren und neue Anregungen zu bekommen... aber das letzte Mal schwirrte ihr nach der Intervision ganz schön der Kopf. Der neuen Gruppe fiel es noch schwer, einen sinnvollen Ablauf zu finden. Anstatt zielgerichtet am Fall zu arbeiten, ähnelte das Treffen einer Mischung aus Kaffeeklatsch und gutgemeinten, aber wenig strukturierten Tipps. Miriam überlegt daher, wie man die Intervision sinnvoller aufbauen könnte. Schließlich investieren sie alle viel Zeit und treffen sich nach langen Praxistagen...

Intervisionen kosten Zeit. Umso wichtiger ist es, gemeinsam eine passende Struktur zu finden, damit jeder zu Wort kommen kann. (Foto: Free Photos - Pixabay.com)

Ressourcen nutzen, Kontakte stärken 

Vielleicht geht es dir wie Miriam? Die Intervision – oder auch kollegiale Fallberatung genannt –  kann dir helfen, berufliche Aspekte und schwierige Fälle zu reflektieren sowie neue Impulse für dein berufliches Handeln zu bekommen. In der kollegialen Fallberatung kannst du vom Wissen und den Erfahrungen der ganzen Gruppe profitieren, eigenes Verhalten reflektieren und neue Handlungsimpulse bekommen. Somit ist die Intervision ein wichtiges Tool zur Psychohygiene und zur Vorbeugung von beruflichen Belastungen. Zudem stärkt die kollegiale Beratung die eigenen Ressourcen, die Selbstwirksamkeit, den Kontakt zu den Kollegen und das Verständnis füreinander. Auch die Kommunikationsfähigkeiten können verbessert und Erfahrungen mit neuen Methoden gesammelt werden. Die Intervision ist dabei oft sehr kostengünstig, denn du kannst dich in eigenen Praxisräumen treffen und sparst auch die Kosten für einen externen Supervisor. 

Den richtigen Rahmen schaffen 

Damit dies konstruktiv gelingt, ist es allerdings unabdingbar, dass die Intervision bestimmten Abläufen und Regeln folgt. Du solltest beispielsweise einen Raum haben, in dem ein vertraulicher Austausch möglich ist (z. B. die eigenen Praxisräume außerhalb der Öffnungszeiten). Auch sollten alle Teilnehmer ausreichend Zeit mitbringen, um miteinander gut ins Arbeiten zu kommen (am besten eine bis drei Stunden). Auch die Gruppe sollte die richtige Größe haben, sodass ausreichend Input kommen, aber dennoch jeder eigene Fälle einbringen kann (ca. sechs bis acht Teilnehmer sind empfehlenswert). Nur wenn die einzelnen Gruppenmitglieder vertraulich und wertschätzend miteinander umgehen und für sich sorgen, ist der Rahmen geschaffen, um gemeinsames Lernen und neue Erfahrungen möglich zu machen.

Mit den richtigen Tools sind Intervisionen hilfreich und produktiv.  (Foto: Fauxels - Pexels.com)

Der handliche Fächer mit 20 Tools 

Wenn deine Intervisionsgruppe alle Rahmenbedingungen erfüllt, bleibt die alles entscheidende Frage, wie ihr den Austausch so miteinander gestaltet, dass er sowohl für den Fallgeber als auch für die gesamte Gruppe eine hilfreiche und spannende Lernerfahrung werden kann. Wie könnt ihr die Intervisionsgruppe konstruktiv nutzen?

Der Fächer „Methoden für die Intervision“ vom Hogrefe Verlag bietet dir zwanzig effektive Tools für deine kollegiale Fallberatung. Die Autoren Jeroen Hendriksen und Jantine Huizing sind beide in den Niederlanden als Coaches und Trainer tätig und begleiten langjährig Intervisionsgruppen. Unter dem Slogan „inspirierende Methoden für die Arbeit mit Intervisionsgruppen" bieten sie dir mit ihren Tools neue und abwechslungsreiche Impulse. Neben Basismethoden, die auch für Einsteigergruppen gut geeignet sind, bieten sie unterschiedliche Herangehensweisen, sodass du für jedes Problem, jede Frage und jeden Fall die passende Methode findest: seien es lösungsorientierte, kreative, aktivierende oder reflexive Arbeitsformen. Durch die handliche Form kannst du den Fächer bei jeder Intervisionsgruppe einfach mit dabei haben. Und durch die - je nach Arbeitsform - farbig markierten Karten, ist eine schnelle Orientierung innerhalb der Methoden gut möglich. Die Arbeit in der Gruppe bleibt so spannend und lehrreich. Egal ob du als Therapeut, Coach, Berater bzw. in anderen sozialen Berufen arbeitest oder selbst Intervisions- und Supervisionsgruppen begleitest.

Die Autoren Jeroen Hendriksen und Jantine Huizing begleiten seit vielen Jahren Intervisionsgruppen. Der Hogrefe-Verlag hat ihren Fächer mit 20 Tools für die kollegiale Fallberatung herausgebracht. (Foto: Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG)

Eine kleine Auswahl der Tools stellen wir dir gerne näher vor: 

1. Für die richtige Entspannung sorgen 

Für die Intervision ist es wichtig, dass du den bisherigen Tag und auch die noch anstehenden ToDos für die Zeit der Gruppe vergessen kannst. Um im Hier und Jetzt anzukommen und deine Aufmerksamkeit auf das Geschehen in der Gruppe lenken zu können, empfehlen die Autoren Jeroen Hendriksen und Jantine Huizing zu Beginn der Gruppe eine Entspannungsübung durchzuführen:

  • Nimm dafür eine bequeme Sitzhaltung ein.  

  • Suche dir einen Punkt im Raum, auf den du dich fokussieren kannst. 

  • Den Gedanken kannst du freien Lauf lassen, richte deinen Fokus aber weiter auf deine ausgewählte Stelle. Deine Gedanken werden dadurch ruhiger.  

Nach fünf bis zehn Minuten kann die Übung beendet und die Intervision begonnen werden.  

Eine kleine Entspannungsübung sorgt vor dem Beginn einer Intervision für einen klaren Kopf und lenkt den Fokus auf die Gruppe. (Foto: Andrea Piacquardio - Pexels.com)

2. Basis-Modell 

Gerade wenn du ein Einsteiger bist oder deine Intervisionsgruppe sich gerade erst findet, empfehlen die Autoren, mit dem Basisintervisionsmodell zu beginnen:  

  • Einstiegsrunde: In welcher Verfassung sind die Teilnehmer? Welches Problem bzw. welcher Fall soll vorgestellt werden?

  • Darstellung des Falls und Nachfragen: Der Fallgeber stellt sein Problem bzw. seinen Fall dar und formuliert die Frage, die er in der Intervision beantwortet haben möchte. Die anderen Teilnehmer fragen offen z.B. nach weiteren Fakten, Details, aber auch nach dem emotionalen Erleben.

  • Neuformulierung der Kernfrage: Die Kern-Frage wird in der Gruppe nun neuformuliert: Wie würde jeder Einzelne die gestellte Frage nach der Fragerunde beschreiben? Der Fallgeber kann anschließend seine Frage noch mal neu formulieren. 

  • Empfehlungsrunde: In der anschließenden Empfehlungsrunde werden Ideen, Empfehlungen, Tipps und Lösungen in der Gruppe generiert. Der Fallgeber kann selbst entscheiden, welche von den genannten Lösungen ihn weiterbringen.  

  • Ein erster Schritt: Der Fallgeber kann auf Grund der vorgestellten Lösungen und Ideen einen Handlungsplan erstellen oder einen ersten Handlungsschritt überlegen.  

  • Evaluation und Reflexion: Die Gruppe reflektiert abschließend den Prozess und die gemachten Lernerfahrungen. So können direkt Absprachen für den nächsten Fall / die nächste Gruppe getroffen werden. 

3. Kreatives Spiel mit Karten 

Ist deine Gruppe fortgeschrittener und mit dem grundlegenden Ablauf (Fallvorstellung, Fragenformulierung, Sammeln durch die Gruppe, Abschluss und Reflexion) vertraut, könnt ihr auch kreativer und spielerischer an den Prozess herangehen. So ermöglicht ihr, Fragen und Problemstellungen mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. In der Übung „Kreatives Spiel mit Karten“ berichtet der Fallgeber in chronologischer Reihenfolge sein Problem. Die anderen Gruppenmitglieder zeichnen zum Gehörten Symbole auf kleine Karten, die repräsentieren, was sie erleben. Die Karten eines jeden Teilnehmers werden dann in der Reihenfolge, in der das Problem geschildert wurde, ausgelegt. Danach wird die Reihenfolge der Karten willkürlich vertauscht. Was könnte das bedeuten? Welche Zusammenhänge werden zwischen den Karten gesehen, die nun nebeneinander liegen? Die Gruppe bespricht ihre Erkenntnisse und der Fallgeber wählt schließlich die Karten aus, die ihn am meisten ansprechen. Im Anschluss kann die Kernfrage neuformuliert und ein Handlungsplan erstellt werden.

„Kreatives Spiel mit Karten“ ist eine spielerische Form der Prozessgestaltung, bei der sich Teilnehmer fortgeschrittener Intervisionsgruppen Symbole überlegen, die ihre Wahrnehmung widerspiegeln. (Foto: Retha Ferguson - Pexels.com)

4. Achtsamkeit 

Manchmal steht nicht unbedingt der Wunsch nach konkreten Handlungsimpulsen im Vordergrund des Fallgebers. Vielleicht geht es eher darum, das Geschehen mit anderen Augen zu sehen, zu reflektieren oder nachzuspüren. Dafür können reflexive Interventionstools, zu denen die Achtsamkeits-Methode gehört, hilfreich sein. Die Gruppenmitglieder bilden dazu einen Kreis und setzen sich ruhig und entspannt auf den Boden. In die Mitte wird eine Kerze gestellt. Für fünf Minuten fokussieren sich die Gruppenmitglieder auf die Kerze und ihre Atmung. Im Anschluss schildert der Fallgeber sein Problem. Die anderen hören ruhig zu. In der anschließenden 20-30-minütigen Entspannungsphase schauen die Teilnehmer die Kerze an, achten auf ihre Atmung und lassen den Fall gedanklich kommen und gehen. Im Anschluss berichten die Teilnehmer von ihren Gedanken, Gefühlen und Einsichten, die sie während der Entspannungsphase zu diesem Fall hatten. Der Fallgeber hört zu und lässt die Eindrücke auf sich wirken.

 

Bist du neugierig geworden, mehr Impulse und Methoden für deine Intervisionsgruppe kennenzulernen? Oder hast du vielleicht Lust bekommen, eine eigene Intervisionsgruppe zu gründen und brauchst dafür eine gute methodische Basis? "Methoden für die Intervision – Ein Fächer mit 20 effektiven Tools" gibt es für 16,95€ beim Hogrefe Verlag.

Mehr Informationen findest du hier.