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Einzel- & Gruppensettings wirkungsvoll unterstützen – mit Visualisierungen

Visualisierungen [1] unterstützen Lern-, Dialog- sowie Denkprozesse. Warum eignen sie sich nicht nur hervorragend für Workshops, Vorträge und Trainings, sondern auch für den Einsatz in Coaching, Beratung und Therapie? Und wie lassen sie sich stärker in deinen Praxisalltag integrieren – ohne viel Aufwand und Erfahrung?

Der Einsatz von Bildern in Lernkontexten und zur Prozessbegleitung ist enorm hilfreich: Zum einen erhöhen Bilder die Gehirnaktivität im Vergleich zu anderen Medien, was die Folge hat, dass kreatives und lösungsorientiertes Denken gefördert werden. Zum anderen haben sie eine intellekts- und kulturunabhängige Wirkung und steigern, was gerade in Settings mit mehreren Personen von Vorteil ist, die Gruppendynamik.[2]

Eines der gängigsten Visualisierungsmedien, wahrscheinlich hast du den Gebrauch davon schon selbst einmal in einem Workshop o. Ä. erlebt, ist das Flipchart. Gerade für das gemeinsame Erarbeiten in Workshops ist das Flipchart bestens geeignet, um Beiträge zu visualisieren. Doch auch im Coaching und in der Therapie, sowohl in Einzel- als auch Gruppensettings, gewinnt der Einsatz von Flipcharts zunehmend an Beliebtheit, denn:

  • (Zwischen-)Ergebnisse bildlich festzuhalten und für alle sichtbar im Raum zu behalten, kann für deine Klient*innen ein visueller Anker sein, der z. B. Orientierung und Halt geben oder gar motivierend wirken kann.
  • Bilder und Motive ad hoc anzubieten oder gemeinsam im Dialog Skizzen und Grafiken zu entwickeln, regt das Denken und das Gespräch zwischen Klient*innen aber auch zwischen Klient*in und Therapeut*in bzw. Coach an und eröffnet neue Perspektiven.
  • Visualisierungen sind individuell und persönlich und können sich daher positiv auf die Beziehung zwischen Klient*innen in Gruppensettings, aber auch die Beziehung zwischen Klient*in und Coach/Therapeut*in auswirken.
  • Gestaltete Flipcharts lassen sich ganz einfach abfotografieren und sind dann immer auf dem Handy, Tablet o. Ä. abrufbar. So kann auf Übungen, Impulse o. Ä., die gemeinsam zusammengetragen wurden, schnell auch außerhalb des Therapie- oder Coachingkontextes zugegriffen werden.
  • Das Gestalten am Flipchart ist spontan und ohne Technik umsetzbar; die einzige Voraussetzung ist der Besitz eines Flipcharts, von Flipchart-Papier und Gestaltungsmaterialien wie z. B. Markern.

Das klingt interessant für dich und deine Arbeit, aber du hast Bedenken, weil du weder Erfahrung mit dem Zeichnen, noch ein besonderes Talent dazu hast?

Flipchart-Gestaltung leicht gemacht

Um eines direkt vorweg zu nehmen: Du brauchst kein herausragendes Zeichentalent, um gut strukturierte und klar verständliche Flipcharts zu gestalten. Stattdessen benötigst du lediglich eine hilfreiche Anleitung, die die Grundprinzipien der Visualisierung am Flipchart vermittelt, einige Bildideen, die dir den Einstieg erleichtern und natürlich ein wenig Übung!

Die „FlipBox֧“ der Trainer und Visualisierungsexperten Oliver Kruth und Jörg Schmidt setzt genau hier an und bietet dir neben einer umfangreichen Sammlung von Vorlagen und Motiven einen einfachen Einstieg in die Entwicklung und Umsetzung von Bildideen sowie hilfreiche Tipps und Tricks für die unterschiedlichsten Gestaltungsanforderungen. Jede der 169 Karten bietet auf ihrer Rückseite wertvolle Hinweise zur Gestaltung, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder Varianten. Dabei erhältst du die wichtigen Infos in Stichworten und kurzen Texten, damit du schnell in die Umsetzung kommst.

Tipps für Flips

Sich bei der Flipchart-Gestaltung nicht in Details zu verzetteln, ist hier ein Knackpunkt für Oliver Kruth und Jörg Schmidt: Denn manchmal lassen wir uns viel zu schnell von vermeintlich unperfekten schiefen Strichen und Schriftzügen entmutigen. Ihr Motto lautet: „Better done than perfect“ – Auch wenn du ein Detail nicht korrekt abgebildet hast, ist das Gesamtbild dennoch aussagekräftig: Gut genug statt perfekt!

Der folgende Auszug aus den insgesamt 10 „Tipps für Flips“ aus der FlipBox soll dir helfen, dich an das Thema Visualisierung heranzutasten und deinen Einstieg zu erleichtern:

Tipp 1: Denke groß

Nutze für deine Visualisierungen große Flächen wie das Flipchart oder einen A3-Zeichenblock. Gerade fürs Üben der Strichführung und der Proportionen ist das leichter. Später kannst du dann auch besser vom großen auf ein kleines Format (z.B. Tablet) wechseln als umgekehrt. Nutze dabei die ganze Fläche, denn auch Freiflächen sind Gestaltungselemente und bringen Übersicht in das Bild. Trau dich, groß zu visualisieren. Wenn du den Eindruck hast, die visualisierten Elemente sind zu ausladend, dann ist es manchmal genau richtig. Übrigens: Abstand kann helfen: Wenn du unsicher bist, dann schau zwischendurch aus 2–3 Metern Entfernung auf dein Flipchart. Du wirst merken, die Zufriedenheit mit der eigenen Zeichnung steigt enorm.

Tipp 2: Mach’ langsam

Lass dir Zeit. Nicht nur beim Üben! Auch wenn ein Motiv an für sich „einfach“ ist, so solltest du die Striche (erst einmal) langsam führen. Das hat den Vorteil, dass du z. B. bei einem Kreis auch dort wieder ankommst, wo du angefangen hast – und somit kein ungewolltes Oval entsteht. Die Figur wirkt dann ruhiger. Die Strichführung ist dabei auch oft kräftiger, weil der Marker etwas mehr Zeit hat, die Tinte an das Papier abzugeben. Elemente bekommen dadurch mehr Klarheit und Kontrast. Und: Langsame Bewegungen prägen sich besser ein: Wenn du langsam zeichnest und auf die Strichführung achtest, kannst du sie dir besser merken und du bekommst ein Gefühl für Proportionen. Wenn du langsam den Stift führst, kannst du auch noch während des Zeichnens eines Motivs kleine Korrekturen vornehmen, wenn z. B. bei einem Kreis die Abstände zur Mitte immer gleichbleiben sollen. Dein Visualisierungstempo erhöht sich später mit der Routine – bei gleichbleibender Qualität.

Tipp 3: Nutze Grundformen

Nutze einfache, geometrische Grundformen wie Kreis, Viereck, Dreieck, Punkt oder Linie. Wenn du solche Grundformen miteinander kombinierst, kannst du damit die unterschiedlichsten Symbole darstellen.

Einfachheit besticht: Symbole sind Zeichnungen, die Informationen oder Botschaften durch eine einfache grafische Darstellung vermitteln. Sie sind oft allgemein bekannt. Verkehrsschilder, typische Kinderzeichnungen und auch Werbesymbole gehören zum allgemeinen visuellen Sprachgebrauch. Daher sind sie auch als Bedeutungsträger in Visualisierungen nutzbar und wirken anregend in Gesprächen.

Bilder sind Partner: Symbole auf dem Flipchart sind eine hervorragende Ergänzung zur Sprache und zur Schrift, weil sich damit Informationen verknüpfen und somit schneller verankern lassen. Symbole überwinden Sprachbarrieren und werden mit einem Blick erfasst. Durch ihren leichten Aufbau können sie schnell gezeichnet und recht vielfältig eingesetzt werden.

Weitere hilfreiche Tipps zur Umsetzung von Visualisierungen, konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, inspirierende Flipchart-Vorlagen mit Schablone sowie eine umfangreiche Motivsammlung erwarten dich in der neuen „FlipBox“ von Jörg Schmidt und Oliver Kruth. Die Box richtet sich in erster Linie an Einsteiger*innen – zum einen ganz klassisch für die Vorbereitung und Begleitung von Workshops und zum anderen für die visuelle Unterstützung von Dialog- und Denkprozessen, wie zum Beispiel in Coachings, Beratungen und in der Therapie, sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Gruppen.

[1] Hier und im gesamten Beitrag ist mit „Visualisierung“ ein Prozess der Veranschaulichung gemeint und nicht die Konzentration auf vorgestellte Seheindrücke, was in der Psychotherapie eng mit Imaginationsbegriff verbunden ist.

[2] Buchtipp: Ulrich, Stephan. Menschen visualisieren. Einfach zeichnen – alles darstellen. 4. überarb. Aufl. Paderborn: Junfermann.