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Wie du Phobien mit virtueller Expositionstherapie behandeln kannst

Mann und Kind sitzen am Tisch. PC im Hintergrund. Kind hat VR-Brille auf. Man erklärt mit den Händen.

Ob Flüge, Spinnen oder soziale Situationen: viele Patient*innen leiden unter Phobien und könnten durch Expositionstherapie eigentlich sehr effektiv behandelt werden. Doch nicht immer lassen sich die angstauslösenden Situationen in der Therapie wirklich herstellen. Dank Virtual-Reality kannst du das nun ändern! Das Zentrum für Angst, Panik und Phobien Phobius in Wien behandelt seit mehreren Jahren mit virtueller Expositionstherapie und erklärt dir, wie die Behandlung mit VR funktioniert.  

Ich bin Johannes Lanzinger, klinischer Psychologe in Wien. In meiner Praxis Phobius behandle ich seit mehreren Jahren Angstpatient*innen mit virtueller Expositionstherapie (VRET).

Wie du sicherlich weißt, sind Phobien weit verbreitet: Im Schnitt hat jeder Dritte im Laufe seines Lebens mit einer Phobie zu tun. Besonders häufig sind die spezifischen Phobien. Ob Hunde oder Aufzüge – da man sie relativ leicht vermeiden kann, ist es oft bequemer, der Angst einfach auszuweichen, als eine Therapie in Kauf zu nehmen. Dies erscheint für viele Patient*innen auf den ersten Blick eine sinnvolle Strategie zu sein, denn Angst zu erleben ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Nur verfestigt sich die Angst durch die Vermeidung nach und nach immer mehr. Die Patient*innen erfahren nicht, dass die Angst in den meisten Fällen unbegründet ist.

Überkreuzte Hände einer Frau im Vordergrund. Abwehrende Geste. Gesicht nicht sichtbar. Hintergrund in der Natur, grün.

Durch die Exposition, also die Konfrontation mit der Angstsituation, lernen sie, dass sich ihre schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiten und die Angst abnimmt – je länger sie sich damit konfrontieren. Das geht meist relativ schnell – schon nach 3-5 Expositionssitzungen geht die Angst soweit zurück, dass der Flug nach Amerika oder die Fahrt im Aufzug kein so großes Problem mehr ist.

Der Nachteil: Diese Form der Therapie ist relativ aufwendig, denn nur wenige Therapeut*innen haben Zugang zu Vogelspinnen oder Flugzeugen. Das führt dazu, dass sehr viele Menschen mit Phobien nicht effektiv behandelt werden. Stattdessen wird die Phobie als Teil der Persönlichkeit akzeptiert und das Leben an die Angst angepasst. Wer Angst vor Spritzen oder Blut hat, wird dann einfach nicht Ärzt*in, sondern Apotheker*in. Wenn du das Problem auch aus deiner Praxis kennst, fragst du dich jetzt vielleicht, wie du deine Expositionstherapien zukünftig effektiver gestalten kannst?

 

Sich der Angst aussetzen, ohne die Praxis zu verlassen

Wissenschaftler*innen forschen bereits seit 30 Jahre an einer Alternative zur klassischen Expositionstherapie: der Konfrontation in einer virtuellen Realität (VR). Vielleicht hast du selbst schon einmal durch eine VR-Brille geschaut. Sie lässt dich in einen dreidimensionalen Raum eintauchen, in dem du dich frei bewegen und umschauen kannst. Es ist eine computergenerierte, interaktive Umgebung, die möglichst echt wirkt. So vergisst du die eigentliche Wirklichkeit und tauchst komplett in den virtuellen Raum ein.

 

Mann sitzt am Tisch, trägt VR-Brille. Eine Hand liegt offen auf dem Tisch. Zwei große Spinnen laufen über Hand und Tisch.

Was andere verwenden, um entfernte Länder und andere Welten zu besuchen, kannst du als Therapeut*in sinnvoll für deine Expositionstherapie nutzen. In einer sicheren Umgebung kannst du per VR nahezu jeden angstbesetzten Gegenstand oder jede Umgebung simulieren. Durch diese Technik kannst du mit deinen Patient*innen auf Wolkenkratzer, Autobahnen, ans Rednerpult eines Konferenzsaals, zum Blutabnehmen oder ins Flugzeug. Anstatt einer echten Spinne krabbelt dann eben eine virtuelle über die Hand der Patient*innen. Und das alles, ohne die Praxis verlassen zu müssen!
 

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen real und virtuell

Für die Patient*innen ist es leichter, sich auf die Konfrontation einzulassen, da sie wissen, dass die Situationen nicht echt sind. Der visuelle Reiz in der virtuellen Realität ist aber dennoch so stark, dass es z. B. Menschen mit Spinnenphobie trotzdem Schweiß auf die Stirn treibt, wenn sie eine virtuelle Spinne sehen. Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen real und virtuell. Als körperliche Reaktion entstehen echte Angstsymptome. Mit diesen lässt sich in der Konfrontationstherapie wunderbar arbeiten. Gehirn und Körper müssen in der Exposition erleben, dass die Situation ungefährlich ist. Und genau das funktioniert in der virtuellen Realität genau so gut wie in der echten Welt.

Sogar die S3-Leitlinien zur Behandlung von Angststörungen empfehlen den Einsatz von virtueller Realität (nur wird sie bislang leider nicht von den Krankenkassen als Leistung übernommen).

In fünf Schritten Phobien effektiv behandeln

Wie kannst du die Behandlung mit VR-Brille optimal gestalten? In meiner Therapie arbeite ich mit einem Fünf-Schritte-Programm, das sehr gut funktioniert. Spezifische Phobien können so mit wenigen Therapiestunden gut behandelt werden:

  1. Anamnese: Bei der Anamnese geht es wie bei jeder Therapie um ein persönliches Kennenlernen, ein Abklären der bestehenden Problematik und das Festlegen des Therapieziels.
  2. Psychoedukation: In der Psychoedukation vermittle ich den Patient*innen die Grundlagen von Angststörungen und deren Behandlung. Das Ziel ist, ein Verständnis für die Störung zu erreichen und die Therapiemotivation zu erhöhen.
  3. Kognitive Umstrukturierung: Bei der kognitiven Umstrukturierung geht es um das Erkennen und Neubewerten spezifischer Angstgedanken. Viele Angstgedanken sind unrealistisch oder übertrieben, ohne dass dies den Betroffenen bewusst ist. Bei der Höhenangst gibt es zum Beispiel den sogenannten „call of the void“: Das ist die Überzeugung, von der Tiefe angezogen zu werden und hinunter zu stürzen. Diese Angstgedanken werden durch hilfreichere ersetzt. Zum Beispiel könnte der Angstgedanke, hinabgezogen zu werden, umgewertet werden als ein Schutzmechanismus, der dazu führt, dass man sich in keinem Fall so nahe an einen Abgrund herantraut, dass die Chance bestünde abzustürzen.
  4. Entspannung mit Biofeedback: Um die Patient*innen gut auf die Konfrontation vorzubereiten, erlernen sie zudem eine Entspannungstechnik. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Entspannungstechniken den Patient*innen noch stärker dabei helfen, die physiologischen Symptome der Angst wirksam herunterzufahren. Am besten eignet sich dafür meiner Erfahrung nach die Bauchatmung, da diese leicht zu erlernen, effektiv und flexibel ist. In Kombination verwende ich einen HRV Sensor, über den das Entspannungs- und Stresslevel der Patient*innen sichtbar wird. Das erleichtert das Erlernen der Technik und zeigt, dass Entspannungsübungen auch wirklich funktionieren.
  5. Konfrontation: Bei der Konfrontation geht es um ein behutsames Hinführen an den angstauslösenden Gegenstand oder die Situation. Die Patient*innen sollen wieder erleben, dass sie sich ihrer Angst stellen können, ohne dass etwas Schlimmes passiert. Stattdessen erfahren sie, dass ihre Angstreaktion sukzessive schwächer wird. Meist ist ein langsames Herantasten angenehmer und vermittelt schon früh erste Erfolgserlebnisse. Begonnen wird deswegen mit leichteren Expositionsübungen, wie Zeichnungen und Bilder zu betrachten. Erst dann wird mit schwierigerem Material wie Videos und der virtuellen Realität gearbeitet. Als letzten Schritt konfrontiere ich, wenn von den Patient*innen gewünscht, auch in vivo – also in echt. Dies ist sinnvoll, um zu zeigen, dass die in der VR gemachten Fortschritte auch wirklich eine Auswirkung auf die echte Welt haben. Dies stärkt nochmals die Selbstwirksamkeit der Patient*innen.

VR-Brillen sind ein wertvolles Hilfsmittel für die Behandlung von Angststörungen, aber kein Allheilmittel. Wie bei jeder Methode gibt es Patient*innen, bei denen die VR-Therapie nicht so gut funktioniert. So löst die Brille bei manchen schnell Übelkeit aus und bestimmte Phobien wie die Klaustrophobie lassen sich darüber teilweise nicht so gut konfrontieren. In vielen Fällen erleichtern VR-Brillen aber die Konfrontation oder ermöglichen sie überhaupt erst. Insgesamt ist es sowohl für Patient*innen als auch für Therapeut*innen sehr motivierend, mit virtueller Realität zu arbeiten – und Spaß macht es auch! Sieh die Angst doch einmal mit anderen Augen!
 

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Mit dem VR Coach® smart system kannst auch du in deiner Privatpraxis die innovative Virtual-Reality-Therapie anbieten. Speziell für den therapeutischen Einsatz entwickelt, ist das VR Coach® smart system kompakt und einfach zu bedienen.

Durch einen leistungsfähigen Laptop und eine High-End-VR-Brille erhältst du alles Nötige, um mit deinen Patient*innen direkt zu starten.

Unser Team aus Klinischen Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Virtual-Reality-Profis hat für die häufigsten Phobien voll-interaktive Szenarien entwickelt. Deine Patient*innen tauchen so unter deiner Begleitung in virtuelle Welten ein, können sich dort frei bewegen, Gegenstände greifen und Aufgaben lösen. Bisher verfügbar sind Szenarien für die Behandlung von Sozialphobie, Schüchternheit, Flugangst, Klaustrophobie, Agoraphobie, Spinnenphobie und Höhenangst. Außerdem sind Szenarien für die Behandlung von Alkoholmissbrauch, Spielsucht und Essstörungen erhältlich. In der vorinstallierten Therapiesoftware kannst du die bereits verfügbaren Therapie-Szenarien freischalten – künftig werden noch mehr hinzu kommen.

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