Anzeige

Eine Auszeit im Kloster NaturSinne

Besinnung und ein Leben im Einklang mit der Natur im Kloster NaturSinne (Foto: Ina Jungbluth)

Gesunden und gesund bleiben – ohne spezielle Therapie – in einer natürlichen, geistig und psychosozial heilsamen Umgebung: Dieses Ziel verfolgen Udo Boessmann und Claudia Fabrizy. Das Paar hat eine Autostunde südlich von Wien, in der „Buckligen Welt“, das konfessionsfreie „Kloster NaturSinne“ gegründet. Es war früher ein Ausflugshotel und versteht sich als „Kloster für unsere Zeit“.

Der Spätsommer in Österreich zeigt sich Anfang September von seiner besten Seite. Ein strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen laden geradezu ein, die letzten warmen Tage für eine Auszeit zu nutzen. Von Wien aus, wo ich zuvor mehrere Geschäftstermine wahrgenommen habe, begebe ich mich mit dem Auto in Richtung Süden. In Niederösterreich, direkt an der Grenze zur Steiermark inmitten der sogenannten „Buckligen Welt“, liegt die kleine Gemeinde Zöbern. Dort hat der erfolgreiche Buchautor („Berichte an den Gutachter schnell und sicher schreiben“), Arzt und Psychotherapeut Udo Boessmann gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Journalistin und PR-Fachfrau Claudia Fabrizy, das Kloster NaturSinne geschaffen.

Die beiden Klostergründer Claudia Fabrizy und Udo Boessmann (Foto: privat)

Was die Beweggründe dafür waren, ein konfessionsfreies Kloster ins Leben zu rufen, hat Udo Boessmann kürzlich bereits in einem Beitrag für unser Magazin erläutert.

Nach seiner eigenen therapeutischen Erfahrung bringt die Behandlung individueller Patienten zwar durchaus vorübergehende Erfolge. Doch für ihn persönlich ergibt die „Reparatur Einzelner“ immer weniger Sinn. Er ist im Laufe seiner psychotherapeutischen Tätigkeit zu der Erkenntnis gelangt, dass die Menschen oftmals gar nicht so sehr unter einem individuellen Problem leiden, sondern die Ursachen in gesamtgesellschaftlichen Faktoren und psychosozialen Rahmenbedingungen zu finden sind. Und diese Betrachtungsweise kommt nach Boessmanns Auffassung in der Einzelpsychotherapie zu kurz.

Gesunden und gesund bleiben – ohne spezielle Therapie – in einer natürlichen, geistig und psychosozial heilsamen Umgebung.“ – heißt es daher auf der ansprechend gestalteten Homepage des Klosters.  

Ich möchte mir gerne selbst ein Bild davon machen, was es mit dem Konzept eines zeitgemäßen Klosters auf sich hat und bin daher der Einladung zur „Kloster-Schnupper-Woche“ gefolgt.

Wegen seiner Topografie wird die Landschaft im Südosten Niederösterreichs auch „Land der 1.000 Hügel“ genannt. (Foto: Ina Jungbluth)

Vom Hotel zum gemeinnützigen Klosterverein

Vier Jahre lang suchten die beiden Kloster-Gründer in ganz Europa nach einer passenden Immobilie für ihr Projekt – bis das Schicksal sie nach Zöbern führt. Ein ehemaliges Ausflugshotel, das bereits den Namen „NaturSinne“ trägt, erscheint ihnen als idealer Ort für die Umsetzung ihres Vorhabens.

Kernstück des Anwesens ist das alte Holzhaus aus den 1930er Jahren, das schon von weitem über die Hügel hinweg sichtbar ist. Der angeschlossene Neubau beherbergt großzügige Doppelzimmer und einen großen, lichtdurchfluteten Seminarraum, der in den letzten Wochen „aufgehübscht“ wurde. Doch das sind erst die Anfänge der Umgestaltung vom Hotelbetrieb zum Kloster. Auf ihrer Facebookseite  dokumentieren die beiden die Veränderungen. Auch eine Facebookgruppe „Kloster für unsere Zeit“ haben sie ins Leben gerufen. Hier tauschen sie sich mit inzwischen fast 150 Mitgliedern rege darüber aus, wie ein zeitgemäßes Kloster aussehen kann und sammeln Anregungen für ihr Projekt.

Das Kernstück des Anwesens ist das alte Holzhaus, das schon von weitem über die Hügel hinweg sichtbar ist. (Foto: Ina Jungbluth)

Auch im Außenbereich des Anwesens ist in den vergangenen Wochen viel passiert – neu hinzugekommen sind ein Kultplatz mit Steinkreis und ein Naturbadeteich. Die Phase der Transformation vom gewerblichen Hotelbetrieb zum gemeinnützigen Klosterverein soll bis November abgeschlossen sein. Überall im Haus kündigen Plakate schon jetzt an, dass dann der offizielle Klosterbetrieb startet.

Den Tagesablauf im Kloster kennenlernen und mitgestalten

Nach 2 Schnupper-Wochenenden haben Udo Boessmann und Claudia Fabrizy sich nun entschlossen, eine ganze Schnupper-Woche zu veranstalten. Die Teilnehmer sollen die Möglichkeit erhalten, den Tagesablauf im Kloster kennen zu lernen und aktiv mitzugestalten. Im Mittelpunkt der Schnupper-Woche stehen Entschleunigung, Ruhe, Achtsamkeit, die Vereinfachung des Tagesablaufes und die Besinnung auf das Wesentliche. Ein spirituelles Leben im Einklang mit der Natur, ohne Dogmen, Guru oder Sekte, mit viel Raum für Begegnung und Kreativität – das wollen die beiden Gründer Menschen ermöglichen, die eine Auszeit brauchen oder auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind.

Während der Schnupper-Woche werden 3 Ritual-Zeiten am Tag angeboten, die es künftig fix im Kloster NaturSinne geben soll. Vormittags und nachmittags bietet die Schnupper-Woche Zeiträume für Projekte, (Gruppen)Arbeit, individuelles Programm oder einfach Relaxen. Das Angebot des aktiven Mitgestaltens wird von den Anwesenden gut angenommen. Bei meiner Ankunft treffe ich einige Teilnehmer bei der Gartenarbeit an, andere ernten Gemüse und Kräuter für das Mittagessen oder nutzen die Ruhe im Garten zur Entspannung.

Yoga am neu angelegten Naturbadeteich (Foto: Udo Boessmann)

Das Konzept scheint aufzugehen – die Teilnehmer fühlen sich wohl. Die mit viel Liebe zubereiteten Speisen der Küchenchefin Nathalie – ein Mix aus vegetarischer, ayurvedischer und österreichischer Küche, den wir dank des wunderbaren Spätsommerwetters auf der großen Terrasse einnehmen können – tragen ihr Übriges dazu bei.

Und so blicken die beiden Gründer zuversichtlich auf den Start des regulären Klosterbetriebs ab November. Udo Boessmanns Vorschlag, meinen Aufenthalt im Kloster zu verlängern, muss ich diesmal leider abschlagen. Aber ich bin mir ganz sicher, dass ich wiederkommen werde.

„Wir lieben Gäste und freuen uns über Austausch und Inspiration.“

Dr. Udo Boessmann 
Die Teilnehmer der Schnupper-Woche genießen die gemeinsame Auszeit im Klostergarten. (Foto: Ina Jungbluth)

Zu Gast sein im Kloster NaturSinne

Ab November kannst du im Kloster NaturSinne

  • eines der 50 Einzel- und Doppelzimmer (alle mit eigenem WC und Dusche) beziehen.
  • täglich drei Mal das gesunde, überwiegend vegetarische / vegane Buffet genießen. Wenn du in Stille essen willst, gibt es dafür eigene, ruhige Bereiche.
  • die gemeinschaftlichen Einrichtungen nutzen (Räume der Stille und Räume der Begegnung, Seminarraum, Sakralräume, Garten, Wald, Kultplatz, Naturschwimmteich).
  • die Werkstatt und das Atelier nutzen.
  • täglich drei Mal an Ritual-Zeiten und regelmäßig an Gesundheits- & Bildungsangeboten teilnehmen (Meditation, Yoga, Körperübungen, Heilfasten, Kräuterkunde, Gespräche usw.)
  • eine neue, zeitgemäße Form von Kloster mitgestalten.
  • eigene Angebote machen und damit Einkommen erzielen.

Dein Zimmer im Kloster NaturSinne kannst du übrigens auch zur Beratung und für deine Angebote zur Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung nutzen. Große Zimmer können so gestaltet werden, dass du übernachten und Klienten empfangen kannst.

Mit Anregungen und eigenen Angeboten kannst du das Kloster mitgestalten. (Foto: Ina Jungbluth)

Kloster NaturSinne ist nicht gewinnorientiert, muss aber selbstverständlich kostendeckend arbeiten. Wenn du dich für einen Aufenthalt im Kloster NaturSinne interessierst, findest du weitere Informationen auf der Homepage.

Rauhnächte-Retreat im Kloster NaturSinne

Die Planungen für die ersten Events nach der Kloster-Eröffnung im November laufen bei Claudia Fabrizy und Udo Boessmann schon auf Hochtouren. Sie verraten mir, dass sie für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, die sogenannten Rauhnächte, ein Retreat mit täglichen Angeboten zur Innenschau planen.

Wenige Tage nach meiner Rückkehr erhalte ich eine E-Mail mit konkreten Details zum Rauhnächte-Retreat. Stattfinden soll es zwischen dem 20. Dezember und dem 3. Januar. Dabei hat man die Wahl zwischen einer Teilnahme über die gesamte Zeit oder wahlweise nur in der Weihnachtswoche (20.12.–27.12.) oder in der Silvesterwoche (27.12.–3.1.). Wenn du dich für das Rauhnächte-Retreat anmelden möchtest, findest du weitere Informationen auf der Homepage.