Sabrina
Werner
MA Ed./Pädagogische Psychologie, Psychotherapeutin i.A. (VT, KJP),
Journalistin und Autorin im Bereich Psychologie, Sensitivity Reader
München
Bereits im Studium, während meiner fünfjährigen Ausbildung zur Psychotherapeutin (PT-RL: VT, KJP) sowie in der klinischen Arbeit und in verschiedenen psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen zeigte sich, dass mir das Erstellen von Therapiematerialien, Anträgen, Gutachten und Arztbriefen (fast) noch mehr Freude bereitete als die therapeutische Arbeit selbst. Psychologie und Psychotherapie heute mit Journalismus und Redaktion verbinden zu können, ist für mich daher eine besondere Erfüllung.
Thematisch sind die Prävention interpersoneller Gewalt sowie deren Genese und Ätiologie sowie die Beschäftigung mit psychotraumatologischen Prozessen seit meinem Studium ein Herzensanliegen. Die gravierenden Folgen für Betroffene sowie deren Bedürfnisse sichtbar zu machen, verstehe ich als zentralen Bestandteil meiner Arbeit als inzwischen hauptberufliche psychologische Fachjournalistin, Autorin und Redakteurin. Ich möchte die differenzierte Auseinandersetzung mit komplexen individuellen und gesellschaftlichen Problemen fördern und zugleich für mehr Empathie sensibilisieren – gegenüber unseren Mitgeschöpfen und der Natur, im menschlichen Miteinander und gegenüber uns selbst. Klischees, Vorurteile und Glaubenssätze gilt es zu reflektieren und die strukturellen Ursachen von Gewalt und Machtmissbrauch zu beleuchten und gesellschaftlich anzugehen, statt Verantwortung auf Individuen – meist ausgerechnet auf die Betroffenen – zu outsourcen.
Dazu zählen für mich auch ein kritischer Blick auf strukturelle Bedingungen im Gesundheitssystem sowie die Reflexion von Machtverhältnissen, Risiken eines möglichen Machtmissbrauchs und blinden Flecken aufseiten von Mediziner:innen und Therapeut:innen – verbunden mit dem Ziel, patient:innenorientierte und individualisierte Ansätze sowie eine transparente, lernorientierte Fehlerkultur zu fördern. Im Sinne einer verantwortungsvollen Weiterentwicklung der Versorgungspraxis, die letztendlich allen Beteiligten zugutekommt.
Vielleicht geht es euch ähnlich: Je tiefer ich in ein Thema eintauche, desto bewusster wird mir, wie begrenzt mein eigenes Wissen ist, wie viel es noch zu entdecken gibt und wie unerschöpflich das Lernen ist. Wissen ist nichts Starres – es wächst, verändert sich und bleibt doch immer unvollständig. Vielleicht können wir gerade durch diese Unvollkommenheit und unsere bereichernde individuelle Vielfalt voneinander lernen und einander mit mehr Empathie, Toleranz, Respekt und insbesondere auch mit mehr Demut begegnen – als Individuen, in Systemen und als Gesellschaft.
Foto: shvets production - pexels.com