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Entwicklungs- und Leistungs­diagnostik bei Kindern und Jugend­lichen: Was können die IDS-2?

Intelligence and Development Scales - 2 (Foto: Hogrefe)

Psychologen lieben bekanntermaßen Tests. In der Folge dieser Liebesbeziehung entsteht Jahr für Jahr eine Vielzahl neuer Testverfahren. Analog zur Erwachsenendiagnostik werden auch für den Kinder- und Jugendlichen-Bereich unzählige psychologische Tests angeboten. Zu den bekanntesten Verfahren in der Entwicklungs- und Leistungsdiagnostik zählen die IDS – Intelligenz- und Entwicklungsskalen für Kinder von 5 bis 10 Jahren. Vor wenigen Wochen ist mit den IDS 2 – Intelligence and Development Scales – 2 nun die 2., erweiterte Auflage der IDS als Paper-Pencil-Test erschienen. Diese haben wir für euch näher unter die Lupe genommen.

Der Einsatz psychologischer Testverfahren

Die möglichst objektive Erhebung aussagekräftiger Daten besaß in der Psychologie schon immer einen hohen Stellenwert. Die Entwicklung psychologischer Testverfahren geht unter anderem auf den Psychologen Alfred Binet zurück, der im Jahre 1904 von der französischen Regierung beauftragt wurde, einen Test zu entwickeln, um förderbedürftige Schüler an Pariser Schulen zu identifizieren, damit diese in spezielle Hilfsschulen überwiesen werden konnten. Daraus entstand der berühmte Binet-Simon-Test, ein Intelligenztest für Kinder, der rasch weltweite Verbreitung fand und die Psychometrie mitbegründete. 

Heutzutage sind Anzahl und Bandbreite psychologischer Tests fast unüberschaubar, und wenn du in einer Klinik oder in der Psychotherapiepraxis arbeitest, weißt du: psychologische Testverfahren sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die drei wichtigsten Bereiche, in denen Tests heute eingesetzt werden, sind der klinische Bereich, die Schule und die Arbeitswelt. 

Wer darf überhaupt psychologische Testverfahren anwenden?

Zunächst ein paar grundsätzliche Informationen zum Thema „Testen“: In allen Anwendungsbereichen spielen Tests stets die Rolle eines Hilfsmittels, das von entsprechend ausgebildeten Fachkräften eingesetzt wird. Denn die korrekte Interpretation der Testergebnisse erfordert eine entsprechende Qualifikation. Das bedeutet konkret: Tests dürfen nur von Psychologen mit einem entsprechenden Abschluss (Bachelor, Master oder Diplom) oder unter deren Supervision zum Einsatz kommen. Die Anbieter psychologischer Testverfahren, wie etwa die Testzentrale Göttingen als Vertrieb und zentrale Bezugsquelle in Deutschland, liefern daher auch nur gegen entsprechenden Nachweis der Qualifikation.

Diagnostik im Kindes- und Jugendalter

Wenn du im schulischen Kontext oder in der Therapie mit Kindern und Jugendlichen arbeitest, weißt du, dass psychologische Fachkenntnisse über die Entwicklung von Kindern unverzichtbar sind. Analog zum Erwachsenenalter existiert daher auch für die Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen für unterschiedliche Altersbereiche eine Vielzahl psychologischer Testverfahren.

Man unterscheidet u.a.

  • Verfahren zur Diagnostik spezifischer Störungen (z.B. Ängste, Depression, Aggression, Aufmerksamkeit und Hyperaktivität oder Störungen des Essverhaltens)
  • Leistungs- und Intelligenztests
  • allgemeine Entwicklungstests
  • spezielle Entwicklungstests (Sprache, Lesen, Motorik etc.).  

Die IDS-2 als Weiterentwicklung der bekannten IDS 

Die IDS – Intelligence and Development Scales – haben ihre Wurzeln in der europäischen Testtradition von Alfred Binet, dem bereits erwähnten Entwickler des ersten Intelligenztests. Als Testbatterie konzipiert, werden den Kindern und Jugendlichen in den IDS vergleichbare Aufgabentypen mit altersentsprechenden Schwierigkeitsgraden vorgelegt, die sie spielerisch lösen können. Einsatzbereiche sind das gesamte Spektrum der Entwick­lungs- und Leistungsdiagnostik, die Schuleingangsdiagnostik und der klinische Bereich. In der Erziehungs- und Familienberatung, der Schulpsychologie, der klinischen Kinderpsychologie/-psychi­atrie und Pädiatrie hat sich der Einsatz der IDS seit Jahren bewährt.

Wenn du bereits Erfahrungen im Einsatz von Tests in der klinischen Praxis hast, dann weißt du: eine umfassende Diagnostik psychischer Funktionen erfolgt häufig durch eine Kombina­tion verschiedener Testverfahren, deren einzelne Ergebnisse später in ein klinisches Urteil integriert werden. Allerdings birgt dieses Vorgehen Nachteile: denn unterschiedliche Ergebnisse können z.B. auch auf unterschiedliche Normierungen der gewählten Testverfahren zurückzuführen sein und sind daher nicht eindeutig interpretierbar.

Ein wesentlicher Vorteil der IDS besteht daher in der Vergleichbarkeit der Subtestergebnisse, denn diese basieren auf einer gemeinsamen Normierung. Kognitive und sprachliche Funktionen und eine umfassende Beur­teilung der kindlichen Entwicklung unter Einbeziehung motorischer Leistungen, sozial-emotionaler Kompetenzen und der Leistungsmotivation – all dies lässt sich mithilfe der IDS erfassen.  

Das Kind in seiner Ganzheit verstehen und erfassen

Alexander Grob, Professor für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie und Autor der IDS-2

Die vor wenigen Wochen erschienenen IDS 2 – Intelligence and Development Scales – 2 sind eine vollständige Überarbeitung und konzeptuelle Erweiterung der IDS. Die Intelligenz- und Entwicklungsskalen dieses Paper-Pencil-Tests machen es nun möglich, ein Kind bzw. einen Jugendlichen im Alter von 5 bis 20 Jahren bezüglich Intelligenz und Entwicklung in seiner Gesamtheit zu erfassen und zu verstehen. Mithilfe der IDS-2 hast du die Möglichkeit, sowohl Intelligenzwerte als auch die Kompetenzen in entwicklungsrelevanten Funktionsbereichen zu testen:

Intelligenz

Die IDS-2 schätzen die Intelligenz in Anlehnung an das Cattell-Horn-Carroll-Modell (CHC-Theorie; McGrew, 1997). Abgedeckt sind verbales und abstraktes Denken, das Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie die visuelle Verarbeitung und die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Mit den IDS-2 kannst du neben der allgemeinen Intelligenz das IQ-Profil erfassen oder auch in nur 10 Minuten ein schnelles IQ-Screening durchführen.

Exekutive Funktionen

Mit den IDS-2 kannst du die Leistungsfähigkeit hinsichtlich der drei Basismechanismen der exekutiven Funktionen (Inhibition, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität) erfassen. Spezielle Aufgaben zu den drei Bereichen ermöglichen es dir, individuelle Stärken, aber auch vorhandene Schwächen zu erkennen.

Allgemeine Entwicklung

Die IDS-2 decken neben der Intelligenz und den exekutiven Funktionen auch weitere relevante Entwicklungsfunktionen ab. Erfasst werden können je nach Fragestellung die Psychomotorik, die sozial-emotionale Kompetenz, die schulischen Kompetenzen sowie die Arbeitshaltung.

Hier erfährst du von den Autoren der IDS-2 noch mehr zu den Einsatzmöglichkeiten der IDS-2:

Das sind die Vorteile der neuen IDS-2

  • die Altersspanne wurde erweitert: die IDS-2 lassen sich bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5-20 Jahren einsetzen
  • der modulare Aufbau ermöglicht dir eine an die individuelle Fragestellung angepasste Testsituation – du kannst gezielt spezifische Bereiche testen
  • du kannst ein zeitsparendes IQ-Screening vornehmen (Dauer ca. 10 Min.)
  • du erhältst ein umfassendes Bild zum Entwicklungsstand jedes Kindes
  • zusätzlich kannst du als Testleiter die Mitarbeit des Probanden während der Testsituation einschätzen.  
  • die Dynamik entwicklungsbereichsspezifischer Stärken und Schwächen der getesteten Kinder und Jugendlichen kannst du mithilfe der IDS-2 sowohl zur Altersgruppe als auch zum individuellen Entwicklungsprofil in Beziehung stellen 
  • die Testmaterialen sind kindgerecht und abwechslungsreich gestaltet, so dass die Kinder und Jugendlichen Freude am Test haben  
  • die Testergebnisse erhältst du schnell, sicher und fehlerfrei über die elektronische Online-Auswertung – so sparst du Zeit und kannst den Ergebnisbericht danach direkt als PDF herunterladen

Noch ein Tipp: Wenn du in der Vergangenheit bereits mit den IDS gearbeitet hast, kannst du dich auf der Homepage ids-2.com eingehend über die Unterschiede zu den IDS informieren. Dort erfährst du auch mehr über die einzelnen Bestandteile der IDS-2 und kannst direkt online bestellen.

Prof. Dr. Alexander Grob - Autor der IDS-2 (Foto: Hogrefe)

Kostenlose Infoveranstaltung am 05.11.2018 in Köln mit Prof. Dr. Alexander Grob

Prof. Dr. Alexander Grob von der Universität Basel, einer der Autoren der IDS-2, kommt am 5. November nach Köln und stellt die IDS-2 dort exklusiv für Fachkräfte vor. Du hast dabei die Möglichkeit, aus erster Hand theoretische und praktische Einblicke in das neue Testverfahren zu bekommen.
Melde dich am besten gleich hier zur Infoveranstaltung an.  

Vertiefende Seminare zur Anwendung der IDS-2

Wenn du dich eingehend mit den neuen IDS-2 befassen möchtest, besuchst du am besten eines der eintägigen Seminare, die von der Testzentrale angeboten werden. Darin erhältst du umfassende Informationen zu Theorie, Inhalt und Anwendung der IDS-2. Außerdem lernst du die Neuerungen der IDS-2 gegenüber den IDS kennen. Anhand ausführlicher Fallbeispiele und Demonstrationen wird die Durchführung der IDS-2 erläutert. Abschließend werden die Auswertung und Interpretation des Tests vorgeführt und anhand von Fallbeispielen eingeübt.

Folgende Termine stehen zur Auswahl:


07.11.2018 in Bern (Schweiz)

Hier kannst du dich für das Seminar in Bern anmelden.

16.11.2018 in Göttingen (Deutschland)

Hier kannst du sich für das Seminar in Göttingen anmelden.

Das Team der Testzentrale freut sich darauf, die die IDS-2 in den Seminaren ausführlich vorstellen zu dürfen.

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